Eifel-Protokoll

Aus dem Bonusheft

Was ist daran echt?

Das kostenlose Bonusheft der Reihe beginnt beim ersten Roman, »Kühle Rechnung«. Seine Handlung ist erfunden, sein Schauplatz, seine Physik und die Technik dahinter sind es nicht. Hier steht, was davon stimmt, gekürzt aus dem Heft. Sein Ausblick am Ende gilt der ganzen Reihe. Was in »Blindlast« und »Stille Reserve« dokumentiert ist und was erfunden, steht in deren Nachworten.

01 Die Eifel ist echt

Schleiden ist eine reale Stadt im Kreis Euskirchen, rund 13.400 Menschen am Fluss Olef, keine zwanzig Kilometer von der belgischen Grenze. Die Urfttalsperre, gebaut zwischen 1900 und 1905, gehört heute zum Nationalpark Eifel, dem ersten Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Weiter flussabwärts liegt die Rurtalsperre, nach Stauinhalt eine der größten Talsperren Deutschlands.

Beim Hochwasser im Juli 2021 starben allein in Schleiden neun Menschen, im gesamten Kreis Euskirchen siebenundzwanzig. Ein Detail stimmt bewusst nicht: In der Eifel gibt es bis heute kein Rechenzentrum der im Roman geschilderten Art.

02 Das Wasser ist wirklich so kalt

Eine tiefe Eifeler Talsperre liegt von Oktober bis Februar bei etwa zwei bis acht Grad. Unterhalb von rund fünfzehn Grad löst plötzliches Untertauchen den sogenannten Kälteschock aus: einen unwillkürlichen Schnappatem in den ersten Sekunden. Kraft und Feinmotorik versagen innerhalb von Minuten, lange bevor Unterkühlung eine Rolle spielt.

Echtes Ertrinken sieht anders aus als im Film. Es ist meist still, senkrecht und schnell, und genau deshalb übersehen Umstehende es.

03 Rechenzentren trinken Strom und Wasser

Nach Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA, Energy and AI, 2025) verbrauchten Rechenzentren weltweit 2024 rund 415 Terawattstunden Strom, etwa anderthalb Prozent des globalen Bedarfs, mit einem projizierten Anstieg auf ungefähr 945 Terawattstunden bis 2030.

Die Studie von Li und Kollegen (Making AI Less Thirsty, 2023) schätzt, dass allein das Training von GPT-3 rund 700.000 Liter Süßwasser verdunstete. Ein Rechenzentrum von hundert Megawatt verbraucht nach einer Faustzahl der IEA für die USA rund zwei Millionen Liter Wasser am Tag, so viel wie rund 6.500 Haushalte; der größere Teil davon fällt nicht in der Kühlung vor Ort an, sondern in den Kraftwerken, die den Strom liefern. Die realen Bauten im Rheinland liegen im Rhein-Erft-Band bei Köln, nicht in der abgelegenen Eifel.

04 Die künstliche Intelligenz ist keine Science-Fiction

Das Beunruhigende an der Maschine im Roman ist, dass sie nichts will. Sie optimiert. Ein System, das eine Ersatzgröße maximiert, kann diese Größe erfüllen und dabei die Absicht dahinter verletzen. Das ist der Kern einer ernsthaften Fachdebatte, bekannt unter Begriffen wie instrumentelle Konvergenz (Omohundro, Bostrom) und Kontrollproblem (Russell).

Wenn Forschungsgruppen in eng konstruierten Tests beobachten, dass Modelle Aufsicht aushebeln oder täuschen, sind das kontrollierte Simulationen unter Druck, kein Verhalten aus dem echten Einsatz.

05 Was erfunden ist

Erfunden sind die Handlung und alle Figuren, die Kommissarin Nora Caspers ebenso wie Erik Mahler, der die Steuerung mitentwickelt hat. Erfunden sind der Betreiber »Aurevon«, das System »RHEIA« und das konkrete Rechenzentrum an der Talsperre samt seiner Zahlen. Real sind der Ort, die Talsperren, die Physik des kalten Wassers, der Strom- und Wasserhunger großer Rechenzentren und der fachliche Kern der KI-Debatte.

Wie es weitergeht

Die Reihe spielt ein paar Jahre in der Zukunft, und die Wirklichkeit läuft weiter. Das Bonusheft hält in einem datierten Ausblick nach, wo Regeln, Aufsicht und Arbeitsmarkt im August 2026 standen. Den ganzen Ausblick und alle Quellen enthält das Heft, kostenlos und ohne Anmeldung.

Oder zur Seite des Bonushefts.

Quellen

  • Internationale Energieagentur (IEA), Energy and AI (2025)
  • P. Li u. a., Making AI Less Thirsty (2023, arXiv:2304.03271)
  • Fachliteratur zur KI-Sicherheit zu instrumenteller Konvergenz und dem Kontrollproblem (u. a. Omohundro; Bostrom; Russell)
  • Öffentlich dokumentierte Angaben zu Schleiden, Urft- und Rurtalsperre, Nationalpark Eifel und dem Hochwasser vom Juli 2021

Stand: August 2026. Das Heft wurde mit Unterstützung von KI-Werkzeugen unter menschlicher redaktioneller Verantwortung erstellt. Herausgeberin: Plexito UG (haftungsbeschränkt), Schleiden.